Secret Lagoon

Simply me



Was kann ich über mich berichten?
Naja, ich bin 20 Jahre alt, 1,70m groß und halbwegs schlank (Jeans 34/36, Oberteile 36/38).
Im Moment sind meine Haare oben hellblond und unten kirschrot.

Ich hatte eine recht glückliche Kindheit. Meine Eltern hatten wenig Geld, aber ich bekam viel Liebe.
Doch dann kam die Pechsträhne...
Mein Vater bekam einen Schlaganfall, zuerst war unklar, ob er überlebt und wie er dann ist. Er hat überlebt, musste viel lernen, ist behindert, hat einen Kurzzeitgedächtnisverlust. Also wenn man ihm etwas sagt, dann hat er es im nächsten Moment vergessen. Mittlerweile ist es besser geworden, aber immer noch sehr schwer. Er ist Frührentner, aufgrund des Schlaganfalls.

Meine Mutter hat in der Zeit wohl viel gelitten. Sie hatte Angst ihren Mann zu verlieren und somit ihre 3 Kinder (ich habe zwei ältere Brüder) alleine zu versorgen.
Kurze Zeit später wurde bei ihr Brustkrebs festgestellt. Eigentlich hätte er viel früher diagnostiziert werden müssen, aber sie geriet zuerst an einen unfähigen Arzt. Ich verfluche ihn heute noch...
Die Operation verlief gut, sie konnte wieder arbeiten.
(Ich war dazwischen einige Monate mit meinen Brüdern allein zu Hause, es war für mich die Hölle. Mein Eltern waren in der Kur und meine Brüder passten auf mich auf. Da ich keinen Draht zu ihnen habe war ich sehr unglücklich. Wenn ich an diese Zeit zurückdenke ist alles grau.)
Ein Jahr später, als sich alles gebessert hatte wurde Krebs im Kopf bei ihr festgestellt.
Wieder eine Op, wieder lief alles gut.
Die Chemotherapien schwächten sie, sie hatte große Schmerzen. Wir zogen um.
Meine Mutter war immer meine Bezugsperson.
Mit ihr habe ich gekuschelt, ihr habe ich alles erzählt, sie war mittags da als ich von der Schule kam, sie war das Wichtigste für mich...

Irgendwann in der neuen Wohnung muss mir klar geworden sein, dass irgendwas nicht stimmt. Meine Mutter war nur noch am weinen, hatte Schmerzen... und ich bekam dies mit.
Also began ich auch zu weinen. Mein Vater sah dies, schickte mich ins Wohnzimmer und schloß die Tür. So weinte ich alleine in der Gewissheit, dass nichts gut wird...
Ich war grade in die 6te Klasse gekommen, umgezogen, alles war neu. Niemand war für mich da.
Meine Mutter kam wieder ins Krankenhaus.
Mein Vater und ich besuchten sie. Er redete mit dem Arzt, ich sah mir die Röntgenbilder an.
Wieso waren da überall so weiße Pünktchen? Hmm? Naja, aber so muss das wohl aussehen, oder?
Und der Arzt versicherte mir: "Wir wissen nicht was deine Mutter hat. Sie wird sicher bald wieder gesund."
Ich glaubte ihm. Schließlich war er ein Arzt und Ärzte lügen nicht.
Meine Mutter war bewusstlos.
Hätte ich damals gewusst was passieren wird wäre ich keinen Zentimeter von ihrer Seite gewichen...
Irgendwann, es war am Wochenende, da saß ich in der Wohnung von meinen ältesten Bruder und sah Fern.
Meine Brüder und mein Vater waren weg.
Und plötzlich hatte ich ein ganz bedrückendes, trauriges Gefühl...
Mein ältester Bruder kam mich einige Zeit später abholen. Der andere saß im Auto und sagte nichts. Wir waren auf dem Weg ins Krankenhaus...
Auf dem Weg von Auto ins Gebäude fragte mich mein ältester Bruder ob ich ein Geheimnis für mich behalten könnte.
Ich war begeistert, wie kleine Kinder so sind, und bejahte es, war gespannt, wollte es hören.
"Mama ist tot."
Der Satz riß mir den Boden unter den Füßen weg.
Ich fiel.
Noch heute falle ich.
Es hört einfach nicht auf.

Wäre sie am Leben gebieben wäre jetzt vieles anders.
Ich wäre sicher nicht krank.

Mein Leben hat sich verändert.
Die damaligen "Freunde" hielten nicht zu mir. Ließen mich allein.
Durch den Umzug hatte ich auch zu Hause keine Freunde.
Mein anderer Bruder (auch älter) IST die Pest.
Ich konnte ihn noch nie ausstehen (zum Glück ist er weg).
Mein Vater ist an sich ganz nett, neigt aber dazu wütend zu werden, mich grundlos anzuschreien, zu schlagen...
Ich fraß, Fastfood, Tiefkühlpizza, MC D., Süßes, Fettiges, Instantmist..
Plötzlich ging ich auseinander (früher habe ich mich viel bewegt, immer irgendwo unterwegs, ein Federgewicht war ich..).
Mein Rücken schmerzte.
Ich war früh entwickelt.
Mit 10 bekam ich meine Tage, mit 11 hatte ich schon CUP B, mit 12 Cup C, etc.
Ich gehörte nie dazu.
Durch das Schwimmtraining hielt ich mich im Normalgewicht, nahm jedoch nicht ab.
Also beschloß ich damit aufzuhören (das Chlorwasser hat meine Haare ausgetrocknet und kaputt gemacht).
Ich nahm rasant zu.
Mir war es egal, ich merkte nichts.
O.k. auf der Waage stand mal 76kg bei damals ca. 168cm. Viel für ne 13jährige.
Das noch gestörrtere Essverhalten entwickelte sich durch "meine Freunde", die über mich lästerten, obwohl sie selbst dick waren.
Ich hatte irgendnen Mist von denen aufgeschnappt, dass man mit weniger als 1000Kalorien pro Tag abnehmen würde.
Ich aß 400Kalorien und fing an zu joggen.
Unbewusst wurde ich magersüchtig.
Ich nahm viel ab, meldete mich im Fitnesstudio an und machte krankhaft viel Sport. Alle Kurse (ca. 3 Stück à 60 Minuten), 30 Minuten Krafttraining und 30 Minuten Laufband.
So kam ich auf ca. 59kg.
Nach einem Stepaerobic-Training, das ich trotz mörderischer Bauchschmerzen mitgemacht habe, fuhr ich nach Hause. Krümte mich auf dem Bett, weinte vor Schmerzen. Bis mein Vater mich überredete ins Krankenhaus zu fahren (Freitagabend) nur um Tabletten zu besorgen.
Ich wurde untersucht, mir wurde diese Endnadel (an die man die Schläuche von den Beuteln dranmacht) in die Ader/Vene (k.a. was es davon ist) gestochen und ich sollte über Nacht dabehalten werden.
Zur Kontrolle.
Jaja... bis ich im Fahrstuhl umgekippt bin.
Keine schöne Erfahrung, glaubt mir.
Die Schmerzen waren aber zumindest weg.
Nach unzähligen Fragen wurd mir ein Beutel mit irgendwas drin verpasst und mir gings gut (k.a. was es war, Schmerzmittel, Schlafmittel, k.a. aber ich war weg und mir tat nichts weh).
Da ich umgekippt bin wurde alles mögliche untersucht, usw.
Meine "Freundinnen" kamen mich besuchen und redeten meiner Omazimmergenossin ein, dass ich magersüchtig wäre.
Nach dem Wochenende (wieso passiert so ein Mist immer an so Tagen?) wurde ich strengstens überwacht.
ICH MUSSTE ESSEN.
Also kam mir irgendwann der Gedanke, ich war allein zu Hause, dass ich alles auskotzen könnte.
Ich tat es.
Und hielt mein Gewicht.
Mädels, wenn ihr die Wahl habt, wenn ihr es könnt, wenn ihr jemals vor einer solchen Entscheidung steht, bitte, bitte, macht es nicht.
Niemals, ihr zerstört euch, euer Leben, alles.
Ja, ihr denkt: Was ist denn daran so schwer? Dann hör ich halt auf nehm bisschen zu, na und?
Das dachte ich. Bis ich versucht hatte aufzuhören.
Glaubt mir, ihr kommt nicht so einfach davon los.
5 Jahre leide ich schon an Bulimie.
Davon nimmt man nicht ab, man kommt nicht davon weg.
Euere Nägel werden brüchig, eure Haut picklig, die Haare gehen kaputt und die Zähne auch.
Mögt ihr gelbe Zähne?
Die erwarten euch nämlich.
Ihr wisst nicht wie viel ich versucht habe, wie sehr ich noch kämpfe...

Ich habe zum Glück mittlerweile eine Bezugsperson. Jemand, dem ich so ziemlich alles erzähle. Der auch davon weiß, der mich trotzdem liebt, mir helfen will.
Meinen Freund. Seid beinahe 7 Monaten bin ich mit ihm zusammen und er baut mich auf.
Ich bin meistens bei ihm.
Da hab ich eine "heile Familie".
Dort bin ich glücklich.
Werde ich akzeptiert.
Kaum bin ich wieder zu Hause fresse und kotze ich.
Dort habe ich zu einem recht gesunden Essverhalten gefunden.
Durch ihn habe ich sogar geschaft 2 1/2 Monate nicht über der Schüssel zu hängen.
Mein Gewicht pendelt zwischen 56 und 58kg.
Im Moment leider eher bei 58kg.
50kg sind mein Zielgewicht, mein Wunschgewicht, mein Wohlfühlgewicht und ein Toleranzgewicht.
45kg waren mein eigentliches Ziel, aber ich habe mich nun mit den 50kg arrangiert. Dorthin will ich kommen.
Ich versuche dannach ein gesundes Essverhalten zu erlernen und anzuwenden. Auch wenn ich alleine bin.
Letztes Jahr (März 2008) habe ich Abi gemacht und hoffe nun im Oktober 2009 mein Wunschstudienfach Ökotrophologie/ Ernährungswissenschaften studieren zu dürfen.
Der nächste und beste Standort wäre Gießen.
Somit wäre ich weg von diesem Ort hier, der für mich nur mit Leid verbunden ist.
Ich hoffe, dass ich gesund werde.
Dewegen warte ich auch auf einen Therapieplatz.

Mit den "Freunden" habe ich nichts mehr zu tun. Jetzt habe ich echte Freunde.

Ach, wenns interessiert: Mein Tiefgewicht war nach ner Fastenperiode 54,2kg.

Nun wisst ihr sehr sehr viel über mich.
Ich hoffe ihr könnt mich dadurch vielleicht ein wenig mehr verstehen.



Liebste Grüße

von Secret


(08.02.10)

Einiges hat sich bei mir geändert. Mit meinem Freund bin ich noch immer zusammen, in einem Monat  sind es 1 1/2 Jahre. Er ist ein ganz lieber und besonderer Mensch. Mit vielen Macken, aber er liebt mich über alles. Er macht sich Sorgen, da ich jetzt in einer (für ihn) Magersuchtsphase bin. Ich esse fast nichts. Maximal 700 kcal, am Wochenende max. 1000 kcal. Er hat Angst, dass ich wieder rückfällig werde. Ja, bin ich auch. Ich hatte 3 Monate lang ein gutes Essverhalten, keine Fressanfälle (vielleicht 2-3 kleine), zumindest keine, nach denen ich über der Toilette gehangen habe. Aber während der Prüfungszeit bin ich paar Mal schwach geworden. Ich glaube 3x. Es war eklig.. Und überhaupt: Es hat nicht ein Mal geschmeckt. Sonst genieße ich das Essen. Aber bei diesen Attacken.. Es war lecker.. naja.. zumindest halbwegs, aber wenn ich einen Apfel gegessen hätte und drin behalten hätte hätte er 10 Mal besser geschmeckt. Ich kann das Essen nicht genießen, wenn ich weiß, dass ich es nicht bei mir behalten werde. Bei solchen Fressattacken geht es um die Menge an verbotener Nahrung, aber der Geschmack leidet. Außerdem nimmt man zu. Wenn ich es nicht aushalte, dann ess ich mal mehr, nehme davon aber wenigstens nicht zu und kann es genießen. Ist zumindest mein Vorsatz.
Mein neues Tiefstgewicht ist bis jetzt 51,7 kg. Mein Zielgewicht 45 kg und mein Zielendgewicht pendelt zwischen 46-48 kg.
Denn in zwei Kg werden meine Beine leider keine 3-4 cm abnehmen, meine Taille keine 2 cm, meine Brüste keinen 1-2 cm und mein Po keine 4 cm. 3 kg und meine Beine sind 1 cm schmaler geworden.
Alle achten auf mich und nerven mich, dass ich zu dünn sei und nicht weiter abnehmen sollte. Na und?
Auch mein Freund ist schon genervt von meinem Essverhalten (bei ihm fast nur Quark, Gemüse und Obst), vor allem vom Quark. Aber nachdem ich mit ihm gestritten habe sagt er meistens nichts mehr dazu. Ausserdem habe ich grade Semesterferien und er ist nicht in der Stadt. Also kann ich von Mo- Do super  abnehmen. Freitags gestaltet sich das schwieriger. Am Wochenende kann ich mich weder melden, noch eine große Abnahme verzeichnen.
Ach, ab 49,x kg wird meine Kaloriengrenze angehoben. Ich möchte das Gewicht später halten und mich dann auch nicht mehr so stark kasteien.
Wünscht mir, dass ich bis spätestens zum Vorlesungsbeginn des SS10 (April) mein Traumgewicht erreicht habe.
Dannach beginnt das halten. :)




Diät Abnehmen - Naschkatzen 
(Ich habe mein höchstes Gewicht genommen, aber im August.2010 hab ich 56kg gewogen.)
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